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Frau Wallners Bekenntnis zum evangelischen Glauben

Brigitta Wallner Schild aus Gosau

„Von mir weiß jeder, daß i lutherisch bin; dreimal bin i deswegen eingsperrt worden, müaßts mi halt a vierts mal eisperrn, wenn’s a Lug is.“ So stand die einfache Holzknechtswitwe Brigitta Wallner als erste in Gosau am Stefanitag 1781 zu ihrem Glauben. Eine Frau mit Überzeugung. Auch in Ischl (Maria Lahner) und in Goisern (Susanna Schnöll) meldeten sich zuerst Frauen, um das evanglische Bekenntnis auch öffentlich abzulegen. Im Lutherschen Reformationsjahr 2017 (500 Jahre) und anlässlich des Weltfrauentages am 8. März, sei den beherzten Damen hier Aufmerksamkeit beschienen.

Das Toleranzpatent Josef II, der mit dem Elend der Glaubenskriege in seinem Land endlich aufräumen wollte, wurde im Oktober 1781 unterschrieben und zwei Monate später auch im Salzkammergut verlesen. Dort war man sich jedoch nicht sicher, ob die frohe Botschaft nicht vielmehr eine List war, die heimlichen Lutheraner ausfindig zu machen. Durch Brigitta Wallners mutiges Bekenntnis in Gosau war der Bann gebrochen.

Oma Retzek aus Siebenbürgen

Die Lehren der Reformation waren im Salzkammergut auf einen nahrhaften Boden gefallen. Im Gosautal war bis zur 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts fast die ganze Bevölkerung evangelisch.

Mit der Gegenreformation wurden sie in den Untergrund gedrängt und zum Geheimprotestantismus gezwungen, unter Maria Theresia wurden jene, die offen zum evangelischen Glauben standen nach Siebenbürgen verschleppt. Die Familie meiner Großmutter war auch darunter (hier mit mir in einem Muttertags-Bild von 1973). Zur Zeit der sowjetischen Besatzung nach dem 2. Weltkrieg musste Oma mit ihrer Familie wiederum aus Rumänien nach Österreich flüchten.

 

 

  • Tipp: Der Weg des Buches, ein Wanderprojekt der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, beträgt insgesamt 500 km und führt auf historischen Pfaden von Zwickau in Sachsen bis nach Triest. So kann man auch auf der Teilstrecke durchs Salzkammergut dem Weg folgen, auf dem verbotene Lutherbibeln, Gebets- und Liederbücher ins Land geschmuggelt worden sind. Oberhalb von Bad Goisern führt beispielsweise der Toleranzweg zur Schwarzbachhöhle, einem geheimen Versammlungsplatz.

 

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