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Griaß di Schoberstein

Schoberstein

Sehr naheliegend, der große Schoberstein. In jedem Fall für alle, die rund um den Attersee oder im Mondseeland auf Urlaub sind. Man kann hier selbstverständlich auch wohnen, also das ganze Jahr im Urlaubs-Feeling sein. Wenn man Glück hat. Also, der große Schoberstein, ein kleiner Höhepunkt zu Saisonbeginn: knapp über einen Kilometer hoch. Das gelingt den Babys in den Trage-Rucksäcken, den Großeltern mit Wanderstöcken und so manchem hitzefesten Vierbeiner.

Beginnt es doch recht gemütlich. An der Uferstraße neben dem Hotel Post, schon ein wenig versteckt aber nicht unauffindbar, steht das gelbe Hinweisschild zum Anstieg für die Wanderlustigen. Na ja, am Anfang ist’s eher ein kleines Wegerl über knorrige Wurzeln durch den Mischwald. Und fast zu früh steht auch schon der erste Kraftplatz vor mir. Eine mächtig ausladende, einladende Rotbuche. Natürlich hat sich ein Bankerl drunter gesetzt. Große Versuchung! Aber wenn ich jetzt schon Platz nehme, kann ich meinen Blick auf die kleine Lichtung und Villa vor mir nicht mehr lösen. Dann könnte sein, dass ich erst am Abend wieder aufstehe. Bitte kein Risiko heute! Also, der Buche zugenickt und weiter geht’s.

Wundern tut’s mich beim Dahin-Wandern, dass mir schon ein paar verschwitzte KameradInnen vom Berg entgegenkommen. ‚Grias di!’, ‚grias di!’ In welcher Herrgottsfrühe sind die wohl aufgebrochen? Das müsen Einheimische sein! Die wissen, dass ein Schoberstein-Abmarsch um halb zehn das Mittagsbratl zu Hause nicht schaffen wird. Neunzig Minuten sind angeschrieben auf den Wanderschildern. Das muss alleine gut zu machen sein, zumal mir die Luft bleibt, die ich sonst zum Ratschen bräuchte. Rasant gewinn ich an Höhenmetern und tatsächlich löst schon nach einer guten Stunde der Felsen der Waldboden ab. Da freuen sich die Füße in den Bergschuhen, dass sie nicht umsonst die Turnschuhe ausgebootet haben.

Je höher der Berg, umso mehr ‚Grias eich’s’ begegnen sich in unterschiedlichen Höhen und Tiefen am Weg. Wie erwartet steht ganz im Zeitplan das Gipfelkreuz vor mir. Aber genug andere BergsteigerInnen vor dem Herrn buhlen wortlos und gestenreich um die spärlichen Sitzplätze. Mit oder ohne Schatten, das ist jetzt wurscht. Hauptsach’ nicht im Stehen jausnen müssen. Salatgurken und Manner Wafferl zwischen den Zähnen wird von den erfolgreich Sitzenden den Neuankömmlingen das nächste ‚Grias di’ zugenuschelt. Gipfelfotos sind ein Muss. Selfis am schmalen Grat nicht zu empfehlen. Da müssen die Leute doch wieder mehr miteinander reden: ‚Grias di! Kannst du net a Foto von uns mit den Seen machen’. Nicht unmöglich. Aber ein wenig alpinistische. Eine halbe Stunde hochschwingende Gipfelgefühle sind bald um. Bei so viel schöner Gegend bleibt die Zeit gern stehen. Aber ganz ohne ein hingehauchtes ‚Pfiaaat eich!’ hätt ich mich jetzt nicht zu gehen getraut. Soviel Höflichkeit gebietet der ‚G’hert si’ am Berg. Und es bleibt nicht ungehört: . ‚Pfiaaat di’ schallt’s wie ein Echo zurück vom Gipfel und trägt mich lächelnd zurück ins Tal, ins Weißenbachtal.

Griaß di’ sogd ma, wann ma wen griaßd. Am Berg is ma mit olle per du. A schon unter 1000 Meta. ‚Griaß di’ is de Kurzform vo ‚Griaß di God’ (Grüß dich Gott). Wann oana mehra Leid griaßd, sogd a „Griaß Eich“.
Wenn oana oda oane geht, sogd er oder sie ‚Pfiaaat di’ oder zu mera Leid ‚Pfiaat eich’. Pfiaaat di is de Kurzform vo ‚Pfiaat di God’ (Behüte dich Gott).

Interessant, goi!

Wer wissen möchte, wo Gastautorin Gabi Haslinger ihre Füße normalerweise auf die Matte drückt informiert sich unter www.yogabi.at.

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