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Als ich entdeckte, dass J. Joyce nicht James Joyce war

Joyce Recollections of the Salzkammergut

Manchmal findet man beim Lesen nebenbei Hinweise von unschätzbarem Wert. Manchmal entpuppen sie sich auch als Kuckucksei, wie jener Buchverweis to Joyces „Recollections of the Salzkammergut, Ischl, Bad Gastein“, den ich unlängst beim Recherchieren fand. „Was für ein Geschenk“ dachte ich, James Joyce Betrachtungen über unsere Region, vermutlich am Weg zu seiner Frau Nora in Triest gesammelt. Ihre Biografie „Nora“ von Brenda Maddox ist, nebenbei bemerkt, übrigens überaus lesenswert. Das Buch musste also her und fand sich im Online-Antiquariat mehrfach, allerdings auch nicht geschenkt. Auf einer der letzten Angebots-Seiten gab es allerdings ein Nachdruck-Exemplar um EUR 2,58 (!), das hätte mich stutzig machen können.

Das Buch lag wenige Tage später vor der Tür. Erheitert las ich, was Joyce über das Hotel Goldene Schiff in Gmunden schrieb: „There is nothing in our Hotel which should or can tempt one to remain“ und dass er „Rhine Augen“ (vermutlich Reinanken), die Spezialistät des Sees, zum Dinner nahm. Beim Kapitel über St. Wolfgang streifte ich zufällig das Erscheinungsdatum des Buches (1851) und wurde stutzig: so früh konnte der Autor nicht geboren sein! Meine verlagstätige Freundin Dani mit ausgesprochenen Nick-Knatterton-Qualitäten musste her. Sie recherchierte gleich online in der Verlagsszene und der British Library in London und fand – nichts! Unsere Suchberichte wechselten per E-mail hin und her. Schließlich wurde ich – was wären wir heute ohne Internet – in der „Alpenpost 02 2014“ des Ausseerlandes in einem Artikel von Martin Th. Pollner fündig, der wie ich über einen Hinweis gestolpert war und sich auf die Suche nach den Reiseschriftsteller James Joyce gemacht hatte. Seine unglaublichen Bemühungen und absolut lesenswerten Ergebnisse finden Sie hier (ab Seite 18)!

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