Bad Ischl Gastro

„Kakao unter“ beim Esplanadenzauner und keiner sagt ein Wort

Kurz vor Jahresende war ich Zeuge folgender Szene im Esplanadenzauner in Ischl: mit viel Schwung kam eine Kellnerin aus der Küche, übersah einen Mann mit Kind an der Kuchentheke und schon war der am Tablett befindliche Kakao am Pullover des Gastes großflächig verteilt. Mit nicht weniger Schwung und noch bevor der Mann das Geschehene wirklich realisiert haben konnte, war die Kellnerin wortlos verschwunden und kam nicht wieder. Auch sonst war vom zahlreich hinsehenden Personal niemand hilfreich zugegen.

Die Gäste auf den umliegenden Plätzen warteten gespannt auf nasse Tücher, herbeispringende Kellner, wohlmeinende Worte und eine Entschuldigung – aber nichts geschah. Minuten später suchte sich der Mann selber eine Serviette, nahm das immer noch ungläubig starrende Kind und zog wütend von dannen. Die Jacke musste er – trotz Minustemperaturen – wohl oder übel in der Hand tragen.

Das verbliebene Publikum einer Vorstellung, die versteinerte Mienen hinterließ, reagierte zeitgemäß, wie ich sehen konnte: Augenzeugenberichte wurden auf Social Medias gepostet und Bewertungen auf Tripadvisor abgegeben.

Derweil mein Mann und ich noch immer bestürzt das Geschehene reflektieren kam das Essen. Eigentlich wollte ich hier ja über die Gaumenfreuden beim Esplanadenzauner schreiben, kann aber den schalen Nachgeschmack ein Monat später immer noch nicht loswerden …

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