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Saubere Berge? Über allen Wipfeln am Schoberstein

Schoberstein am Attersee

Am Schoberstein in Steinbach ist es fast ein bisserl wie im Torres del Paine-Nationalpark in Chile. Beim Aufstieg trifft man schon am frühen Morgen Myriaden von Leut‘. Streckenweise ist Konvoi mit Warten für/auf die Entgegenkommenden angesagt. Aber alle sind ausnehmend freundlich und oben wird man mit einem sensationellen Ausblick belohnt.

Was aber – abgesehen von Temperaturen, Weitläufigkeit und Abgeschiedenheit – vollkommen anders ist, ist die Sache mit der Müllentsorgung. Während einer zehnstündigen Trekkingtour auf der Hauptwanderroute zur saisonbedingten Hauptreisezeit in Chile sieht man weniger Taschentücher, Bananenschalen, Hundekot und ähnliches am Boden, als nach 30 Minuten Aufstieg auf den Schoberstein. Am Fitz Roy in Argentinien sucht man umsonst nach Zigarettenstummel, der Gipfel des großen Schobersteins ist voll davon. Die Hemmschwelle sinkt, je mehr Müll bereits am Boden zu finden ist. „Littering“ heißt das achtlose Müllen in der Fachsprache. Ein Thema, bei dem alle Bergfreunde gefordert sind.

Der österreichische Alpenverein hat für engagierte Menschen, die hier aktiv werden wollen, ein eigenes Handbuch zum Thema „Saubere Berge“ herausgebracht. Darin sind auch die Verrottungszeiten im alpinen Klima enthalten. Zigarettenstummel benütigen beispielsweise 2 – 7 Jahre, Papiertaschentücher 1 – 5 Jahre. Darüber hinaus werden sie von Tieren mit Essbarem verwechselt mit zum Teil qualvollen Folgen. Das Problem mit dem Müll ist also längst kein ästhetisches. Deshalb ist Aufklärung, Engagement und innere Einkehr zu diesem Thema besonders wichtig – wer sich auf der Alpenvereinsseite schlau macht, wird ein anderer sein.

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