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Phönix aus der Asche: die neue Seewiese in Altaussee

Die Seewiese in Altaussee

Wenn wir in meinen frühen Kindheitsjahren rund um den Altausseer See gingen, war ein Besuch in einer der beiden Gaststätten der Seewiese noch nicht drin. Wir saßen auf unserem „Jausenstein“ gegenüber, verspeisten mitgebrachte Knackwürste und sehnten uns nach den herrlichen Mehlspeisen, die ich Jahre später in den beiden Ausflugsgasthäusern kennenlernen durfte. Irgendwann war eines der beiden geschlossen und verfiel Jahr um Jahr den Zeichen der Zeit mehr ausgeliefert. Fenster und Türen standen offen, darin ein vergammeltes Pianino, dann hieß es plötzlich Dietrich Mateschitz habe es gekauft. Die Sorgen um ein bevorstehendes „Entertainment“ waren groß, die Jahre gingen weiter ins Land, sogar James Bond schaute auf eine kurze Visite vorbei. Es seien, so hieß es, nicht alle Genehmigungen vorhanden …

Und nun? Saisonbeginn in Altaussee. Die Narzissen sind heuer früh dran. Schon von Weitem blickt man auf das neue Anwesen, rücksichtsvoll schmiegt es sich in die Botanik, die Altauseer Seewiese, das merkt man gleich, ist aufs Feinste wiederbelebt. Statt Entertainment ein Tanzboden, statt Red Bull naturtrüber Apfelsaft, statt Dosen Gmundner Keramik. Mit viel Liebe zum Detail ist hier an echtem Handwerk und Tradition orientiert ein Phönix aus der Asche des alten Treibenreif entstiegen. Ein herrlicher Platz. Wunderbares Essen (an dieser Stelle ein Gruß an Küchenchef Stephan Wieland), ehrliche Küche, herzliches Personal: die sympathische Chefin Angela Fuchs hat unser Herz in Sekundenschnelle erobert. Wäre nicht ein drohendes Gewitter mit eindrucksvollem Donner herangezogen, säßen wir vielleicht heute noch dort!

Drei Dinge möchte ich noch erwähnen: 1. Den High-Class Ausblick auf den Dachstein von der neuen Terrasse hat sich der eigentliche Besitzer für sein Investment, Durchhaltevermögen und seine Zurückhaltung mehr als verdient. 2. In dem daneben liegendem Jagdhaus wurde ich all die Jahre dazwischen gastronomisch auch nie enttäuscht. Schön zu sehen, dass auch dort am vergangenen Samstag kein freier Sitzplatz zu kriegen war. 3. Der Rhabarber-Apfelkuchen war die Sünde wert!

 

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