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Tsunami am Atter- und Mondsee

Pfahlbau Modell in Seewalchen

Es ist das Zusammentragen von Mosaiksteinen aus einer Zeit, die längst vergangen ist und doch kommen für Geoarchäologen immer wieder neue Fakten eher zufällig ans Tageslicht, die die Geschichte neu schreiben könnten. Die folgende Theorie ist weder ganz neu noch unumstritten, rückt aber jetzt im Zusammenhang der Recherchen zum großen Pfahlbauthema anlässlich der bevorstehenden Landesausstellung in Mondsee und Attersee wieder in den Mittelpunkt. Plastisch überaus beeindruckend dargestellt wurde sie jüngst in der TV-Produktion „Mystisches Salzkammergut“ von SERVUS TV.

Dort war zu sehen, worüber bislang nur einzelne Forscher – wenn auch fundiert – spekulierten. Nachdem 2008 und im Jahr drauf Stürme und anhaltende Regenfälle mehrere Hektar Waldboden unterhalb des Schafberges freilegten, traten geologische Formationen zutage, die zweifelsohne Zeugnis von einer prähistorischen Zeit ablegen. Davon ist der Geoarchäologe und international anerkannte Wissenschafter Alexander Birnsteiner überzeugt.

Ein Bergsturz vom Schafberg – eine Naturkatastrophe schlechthin – soll einen großen See in zwei – Attersee und Mondsee – geteilt und einen Tsunami ausgelöst haben, der die historisch bedeutsame Pfahlbausiedlung von See am Mondsee komplett überflutet und den Seespiegel an beiden Seen um zwei bis vier Meter hat steigen lassen. Überlebende Siedler hätten das Gebiet daraufhin verlassen.

Dafür sprechen geologische Formationen am Seegrund, die hohe Zahl der Funde und die Fundstücke selber: Hab und Gut wurde vollständig zurückgelassen, selbst eine größere Anzahl an Apfelhälften wurden von einer Schlammmure verschüttet und so für die Nachwelt konserviert. Das Kuratorium Pfahlbauten lässt sich davon allerdings nicht überzeugen und hat in einer eigenen Pressemitteilung auf die Ausstrahlung dieser Theorie reagiert. Sie erklärt den Untergang der Pfahlbausiedlungen im Wasser, die ursprünglich am Seeufer standen, mit dem Steigen des Wasserspiegels aufgrund sich ändernder klimatischer Verhältnisse. Ein Klimawandel also, wie wir ihn heute diskutieren.

Man darf gespannt sein, welche Theorie bei der Landesausstellung 2020 „versunken oder aufgetaucht“ sein wird.

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