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Wie eine Kapelle am Gahberg den Hagel bezwingen wollte

Die Kapelle am Gahberg wurde als Wallfahrtsort errichtet

Das jährliche Picknick am Gahberg begleitet von wunderschönem Seeblick fiel heuer etwas laut aus. Oben angekommen tourten drei Modellflugzeugpiloten, gemütlich auf ihren Campingsesseln sitzend, virtuell und lautstark durch die Lüfte. Die aufgesetzten Brillen ließen auf eine Erlebnis aus dem Bereich der „augmented reality“ schließen, während die wirbelnden Modellflugzeuge unseren Sommerfrischegasthund schneller verscheuchten, als wir es bemerken konnten. Die Sternwarte mit dem traditionellem Blick in ferne Welten verschwand leise und blässlich im Hintergrund.

Zeit, sich endlich einmal die Kapelle anzusehen. Gut 300 Jahre ist sie alt und schon damals muss das Sommerwetter so unstet wie heuer gewesen sein. Sieben Jahre lang vernichteten Hagel und Sturm die Ernte der Weyregger Bauern. Als Opfergang gelobten sie eine jährliche Wallfahrt auf den Gahberg und errichteten eine hölzerne Kapelle oben.

1850 wurde sie erweitert, Graf Hugo Khevenhüller spendete sogar eine Glocke dafür. Warum sie 17 Jahre später schon wieder renoviert werden musste ist nicht überliefert, lässt aber darauf schließen, dass die exponierte Lage Schauplatz für weiteres Unglück bot. 1951 schlug schließlich der Blitz ein und ließ das hölzerne Bauwerk in Flammen aufgehen. 1971 wurde sie anlässlich der Übergabe an die Pfarrgemeinde Weyregg schön hergerichtet und 1986 die Eternitschindeln durch stilvolle Lärchenschindeln ersetzt. Wer eintritt wird neben Ruhe und Besinnung einzigartige Details finden, die lohnen.

  • TIPP: Prozessionen werden von der Pfarrgemeinde Weyregg dreimal jährlich hingeführt: am „Schaufreitag“  – dem Freitag nach Christi Himmelfahrt, am Dreifaltigkeitssonntag und am 10. Juli, dem Fest der heiligen Amalia.

Blick ins Innere der Kapelle am GahbergInschrift in der Kapelle am Gahberg

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