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Zeitlos auf der Postalm

Der Wolfgangseeblick auf der Postalm

Als die Postalm noch Holzalm hieß, war sie alles andere als ein Naherholungsgebiet, sondern diente der Holzwirtschaft. Wenn man heute über die saftigen Almen geht und da und dort noch ein paar Bäume winken, kann man es sich lebhaft vorstellen, wie hier gehackt und gesägt worden sein muss. Das ist mehr als 300 Jahre her, die Sudpfannen der Salinen waren unerbittlich in ihrer Gier nach Nachschub und verwandelten den bewaldeten Höhenrücken nach und nach zum größten zusammenhängenden Almengebiet in Österreich.

Die Jahre gingen ins Land, das nahe Bad Ischl wandelte sich von der Salinen- zur Kurstadt, die kaiserliche Sommerresidenz zog halb Europa in ihren Bann. Der Postmeister Franz Koch aus Ebensee schuf hinter der Ischler Stadtpfarrkirche mit dem Posthof-Gehöft den Grundstein für ein kleines Imperium, das Einstellmöglichkeiten für 120, unter seinen Erben sogar 200 Pferden, Platz bot. Die Poststelle war international bedeutend, im Sommer 1853 erwarb Koch deshalb zur Erholung für seine Pferde ein Stück Strobler Almenland und ließ dort auch die Postalmhütte errichten, die  heute noch historisch interessant in der Gegend steht und von Mitte Mai bis Mitte Oktober als Gastbetrieb bewirtschaftet ist. Leider stand ich etwas verspätet am  18. Oktober vor verschlossener Türe. Das tat dem Charme aber keinen großen Abbruch. Denn etwas oberhalb thront gut sichtbar die Postalmkapelle, die an den Besuch der Alm durch Kaiserin Elisabeth erinnert und 1865 erbaut worden ist. Der Ort ist es zweifellos Wert auch ohne Bestellmöglichkeit eines Kaiserschmarrns besucht zu werden.

 

 

 

 

 

 

Zumal ich davor von heftigem Gänsegeschnatter geleitet am Rückweg des phänomenalen Aussichtspunktes Wolfgangseeblick einen der vielleicht besten Pofesen Österreichs in der Schafbergblickhütte zu mir genommen hatte. Auch dort sitzt man höchst beschaulich von einem streitbaren Hühnerpaar umgarnt und hat das Gefühl in der Zeitlosigkeit gut angekommen zu sein.

 

 

Startpunkt für die einfache Wanderung ist der Parkplatz Nr. 3. Zuerst gilt es aber die Mautstraße zu passieren. die an sich schon als kleines Ereignis gesehen werden kann. Gerade jetzt, wo der Herbst die Farben der Bäume auf Indian Summer gestellt hat, kann man sich an dem Zusammenspiel von Wasser, Fels und Herbstlaub entlang des Straßenrandes nicht sattsehen. Im Winter sind die Felsen oft mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Das kleine, aber feine Skigebiet (Parkplatz 1) ist familienfreundlich. Langläufer, Winter- oder Schneeschuhwanderer haben ein eigenes Eldorado. Letztere können für ein sensationelles Höhengefühl bei moderatem Anstrengungslevel auch auf den dem Wolfgangseeblick gegenüberliegenden Windkogel gehen. Von dort sieht man ähnlich spektakulär ins Salzburgerische. Diese Tour ist auch für Schneeschuh-Einsteiger geeignet.

 

 

 

 

 

 

Infos zum Wanderbetrieb: www.postalm.at
Infos zum Winterbetrieb: www.postalm.ski. Dort finden sich auch immer die aktuellen Schneeinfos, die Straße ist stets gut geräumt.

Tipp: Die Schafbergblickhütte ist das ganze Jahr bewirtschaftet.

Wenn das Herz lacht, ist die Postalm nicht mehr weit!

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